Regenschirm, Haltestelle, Katastrophe – oder warum Alltag manchmal Slapstick ist

von | 27. Aug. 2025 | Lifestyle

Kennt ihr diesen Moment, wenn alles wirkt wie aus dem Werbekatalog für Alltagsidylle – und dann kommt das Leben mit einem lauten „Haha, denkste!“ um die Ecke? Genau so ein Moment spielte sich kürzlich an einer Bushaltestelle ab. Die Hauptrolle: eine Frau mit einem Regenschirm, voll konzentriert und scheinbar bereit, jeden Moment in den wartenden Bus zu steigen. Der Himmel grau wie Brokkoli, der Wind weht wie ein schlecht gelaunter Fön – und es regnet natürlich wie aus Kübeln. Wer da nüchtern draufschaut, denkt sich: ‚Jo, ganz normaler Dienstagmorgen.‘

Aber, liebe Leute, der Teufel steckt bekanntlich im Detail – und dieser Teufel hatte an diesem Tag richtig gute Laune.

Stellt euch folgende Szene vor: Die Frau steht da, Regenschirm über dem Kopf, fast poetisch. Eine Naturgewalt aus Würde, Geduld und Nieselregen. Das richtige Foto und sie wäre wahrscheinlich das neue Werbegesicht für wetterfeste Schuhsohlen geworden. Wäre, ja. Denn wer etwas genauer hinschaut – was leider nur wenige in diesem Land der gesenkten Blicke tun – erkennt zwei gravierende Fehler. Nicht einfach so kleine Pannen, nein, es geht hier um Sicherheitslücken des Alltags!

Fehler Nummer eins: Der Schirm. Genauer gesagt: der Schirm und die Tür. Die Frau steht so nah an der Busfahrbahn, dass ihr Schirm beim Öffnen der Bustüren zu einer spontanen Wurfgeschoss-Mutation bereit ist. Das Ding stand nämlich genau da, wo die Bustüren im nächsten Moment aufklappen. Ein halber Zentimeter weiter, und OpenAI könnte daraus ein Actionfilm-Drehbuch basteln: „Umbrella Impact – Du kommst nicht trocken davon!“

Fehler Nummer zwei: Die gute Dame hatte Kopfhörer in beiden Ohren. Ja, beide. Also null akustische Verbindung zur Außenwelt. Klar, niemand will morgens die Gespräche über „Heinz’ Bluthochdruck“ hören, aber vielleicht – nur vielleicht – wäre es ganz sinnvoll, den zehn-Tonnen-Bus nicht als Überraschungsgast ins eigene Ohr zu lassen. Während der Fahrer bremst, hupt und flucht, steht sie weiterhin seelenruhig, wie eine Wachsfigur. Völlig ahnungslos, dass sie gerade im Begriff ist, auf spektakuläre Weise mit der Schiebetür zu kollidieren. Ein Drama in drei Akten, von Beethoven dirigiert – aber unsere Heldin hört Spotify.

Jetzt mal ehrlich, kann man es ihr verübeln? Wer von uns hat sich nicht schon mal mitten im Alltag wie der Star einer inszenierten Werbung gefühlt – und dann stolpern wir über unsere eigene Einkaufstasche, weil wir den Kassenzettel verloren haben. Es ist menschlich. Aber es ist auch, Verzeihung, urkomisch.

Ich meine: Wer Kopfhörer in beiden Ohren trägt und gleichzeitig mit einem überdimensionalen Regenschutz vor einem heranrollenden Bus steht, spielt mit dem Schicksal wie mit einer Gummiente in der Badewanne. Es quietscht erst, und dann wird’s nass.

Natürlich ist niemand verletzt worden. Der Bus hielt rechtzeitig, der Schirm wurde dank jahrelanger Yoga-Praxis elegant zurückgezogen und die Frau – nun ja – sie stieg ein, als sei nichts gewesen. Stolz, trocken, in rosa Regenmantel. Weil Stil haben auch die kann, die knapp einer Tür-Klatsche entkommen sind.

Aber wisst ihr was? Genau das macht den Alltag doch liebenswert. Diese kleinen schiefen Momente, in denen man mit einem Fuß in der Katastrophe und mit dem anderen auf rutschigem Haltestellenboden steht. Wir alle sind manchmal diese Frau. Manchmal merken wir es gar nicht. Und manchmal lachen wir darüber, zwei Jahre später bei einem Aperol.

Also, nehmt das mit: Wenn ihr das nächste Mal im Regen steht, der Bus kommt und ihr schon den Beat eures Lieblingssongs im Ohr habt – schaut ganz kurz hoch. Vielleicht rettet euch das einen Schirm, euer Gleichgewicht oder zumindest die Würde.

Aber keine Sorge – wenn’s doch passiert, macht’s wenigstens eine gute Geschichte draus.

Fazit: Der Alltag ist keine Netflix-Serie – aber manchmal fühlt er sich genau so an. Nur mit mehr Regen und weniger Budget. Bleibt wachsam, bleibt trocken – und hebt ab und zu den Blick. Nicht nur für den Bus.

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