Ein ganz normales Wochenende – mit einem unerwarteten Abschied
Ich sitze also am Samstagmorgen auf dem Balkon, puste mir den ersten Kaffee ins Gesicht und denke noch, ach, was für ein seichtes Wochenende steht bevor. Keine Schlagerstars, keine Reality-Dramen – einfach nur Ruhe. Und dann trifft mich die Nachricht: Erni Mangold ist gestorben. Mit 99 Jahren – einfach eingeschlafen in einem Wiener Altersheim in der Nacht von 4. auf 5. September 2026. Und ich bin da sofort wieder hellwach, Kaffee beiseite geschoben, Tränen in den Augen, aber gleichzeitig muss ich auch lachen: Erni, die war immer so kompromisslos, so charmant schnoddrig – und jetzt legt sie einfach die Bühne ihres Lebens nieder. Tja, Respekt dafür.
Meine Erni-Momente
Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke, wie ich als Teenie ihren Namen hörte – die Erni – und dachte: „Was ’ne coole Socke!“ Und dann sehe ich plötzlich: Die Frau war über sieben Jahrzehnte auf der Bühne, im Film, im TV. Before Sunrise? Ja, sie zupfte nicht nur Blätter um die Hauptfiguren, sie las ihnen sogar die Zukunft! (Leicht überspitzt, aber ihr wisst, was ich meine.) Und dann habe ich mich erinnert – sie war bis 2017 noch live auf den Brettern, mit 90 Jahren! „Harold und Maude“ in der Josefstadt – Bühne aus, Vorhang für immer. Ein letzter starker Wink.
Eine Legende, so echt wie sie selbst
Und sie war so echt. Immer total ohne Chic in Szene gesetzt, aber das liebten wir doch. Ihr Agent beschreibt sie als „energisch und zäh“ – das trifft’s auf den Punkt! Und laut ORF und APA war sie bis zuletzt eine charismatische Präsenz. Medien wie ORF, DIE ZEIT und Deutschlandfunk würdigen sie noch heute – und sie war in unzähligen Tatort-Folgen, Krimiserien wie „Der Alte“, „Der Bulle von Tölz“ und sogar dem US-Hit Before Sunrise zu sehen – mehr als 100 Produktionen. Ich meine – sooo viele? Wahnsinn! Und trotzdem bleibt sie „die Erni“, einfach Erni. Eine Powerfrau vor dem Herrn.
Und jetzt?
Am Ende bleibt mir nur ein breites Grinsen im Gesicht, gemischt mit einem Kloß im Hals. Eine Frau, die nie Angst vor dem Ende hatte, die noch mit über 90 über den Tod scherzte – „Goar nix“ bleibe übrig, sagte sie. Aber ich sage: Danke, Erni, du hast uns allen gezeigt, dass man bis zuletzt man selbst bleiben kann – und dabei noch verdammt groß auftrumpfen darf. Ruhe in Frieden, du unvergessliche Unbeugsame.
Quellen:
[dpa/Die Zeit – Erni Mangold gestorben mit 99 Jahren]
[ORF/APA/Newsticker – vielseitige Bühne, Ehrungen, Studio‑Porträts etc.]
[Deutschlandfunk – gestorben in Wien, internationale Produktionen etc.]








