Einleitung: Hallo Angst, was willst du eigentlich von mir?
Da stehe ich nun, in meinem schicken Pyjama eingehüllt, völlig bereit, den Sonntag in aller Ruhe zu genießen. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, kribbelt es. Nein, nicht die lustige Art von Kribbeln… Es ist die leise Anklopfung der Angst, die immer mal wieder kurz Hallo sagt. Willkommen im Club der unfreiwilligen Angsthasen!
Unsere Gefühle – von Natur aus sinnvoll und hilfreich?
Gefühle sind ja eigentlich wie die bunten Farben auf der Palette unseres Lebens, sie machen alles ein bisschen interessanter. Doch manchmal fragen wir uns, ob die Angst wirklich die Farbe ist, die wir gerade brauchen. Noch während ich darüber sinniere, warum Angst uns so oft im Weg steht, gibt’s schon die nächste Überraschung: Vielleicht steckt hinter dem Grusel ein probates Alarmsystem? Tja, an der Berliner Charité meinte Professor Doktor Andreas Ströhle jedenfalls, dass unsere hübschen Ängste mehr als nur nervige Blockaden sind.
Stell dir die Szene vor: Wildschweine am See
Stell dir mal vor, du planschst zufrieden im Wasser, während am Ufer eine Horde Wildschweine auftaucht. Nein, das ist kein Märchen, sondern der perfekte Zeitpunkt, in dem deine Angstfreunde einen großen Auftritt haben. In solchen Momenten bringt die Angst uns meistens schon irgendwie sicher durch den Tag. Aber wie sieht’s mit der verrückten Höhenangst aus, die uns vom Höhenflug abhält? Oder der lieben kleinen Spinnenphobie, die selbst Minis zu Monstern macht?
Panik vor nichts und niemandem!
Die Liste unserer modernen Schreckensmeldungen ist lang und, ach, so vertraut: die Angst vor dem Scheitern, dem Nein-Sagen, ja, sogar die nette Zukunft kann irgendwann ein Schauder auslösen. Wie beruhigend, dass wir nicht allein mit diesen hübschen Hirngespenstern sind! Und nun die Frage aller Fragen: Sind diese Ängste da, weil sie uns helfen oder weil wir heimlich hoffen, sie seien aus einem intelligenten Grund präsent?
Ängste verstehen: Multitalente der Psyche?
Jetzt mal ehrlich, die besten Blockbuster wären nichts ohne ihre guten alten Dramen, und genauso scheint es bei der Angst zu laufen. Laut Andreas Ströhle sind unsere Ängste oft multifaktorale Kunstwerke, die uns seit der Kindheit begleiten. Evolution, Erziehung, Konditionierung – alles spielt da rein.
Der gruselige Schrecken aus der Erziehungskiste
Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal einen Elternteil gesehen, der bei einem Chihuahua das Weite suchte? Da wird einem klar, dass wir ebenso wie Kindermarken und Familienrezepte auch ein paar Ängste von unseren geliebten Vorfahren geerbt haben. Huhu, emotionale Prägung!
Konditionierung – die Trickkiste der Gefühle
Angst kann leider sehr dickköpfig sein. Einmal von einem Dackel in die Wade gebissen? Schon bekommen alle Dackel den Stempel „Vorsicht, Lebensgefahr!“. Klar, unser Hirn schneidert so seine Triggersituationen. Und wenn dir jemals der Gedanke an Lebensbalance durch den Kopf geht: Lerne diese niedlichen kleinen Auslöser zu erkennen.
Die Vermeidungsfalle – jetzt aber raus da!
Eine beliebte fehlerhafte Strategie: Vermeidung. Ich weiß, ich weiß, manchmal ist es ganz vernünftig auf Sicherheit zu machen. Aber, hey! Gelegentlich müssen wir den Klauen der Angst den Kampf ansagen. Nur so wachsen wir über uns hinaus und entdecken, dass die alten Schrecken oft gar nicht echt sind.
Die Angst als Stellvertreter – das Gefühlschaos
Manchmal trägt unser lieber Angstgast auch mal andere Klamotten. Überforderung, Wut und ein Hauch Kühnheit in rot – das alles verbirgt sich hinter unserem besorgten Schmunzeln. Doch eins bleibt: Der Weg zur Selbständerung ist gepflastert mit einem besseren Verständnis für unsere Gefühlswelten.
Quelle: Prof. Dr. med. Andreas Ströhle, Charité Berlin, „Keine Panik vor der Angst“ von A. Ströhle und J. Plag, Randomhouse.









