Würstchengulasch ohne Fix: Mein 20-Minuten-Feierabendheld
Es gibt Tage, an denen der Feierabend eher nach „Wo ist der Notausgang?“ als nach gemütlichem Familienessen aussieht. Genau dann landet bei mir dieses Würstchengulasch auf dem Herd. Es ist in etwa 20 Minuten fertig, wärmt von innen und schmeckt so herzhaft, als hätte ich den halben Nachmittag in der Küche verbracht. Spoiler: Habe ich natürlich nicht. Ich hatte ja schließlich noch andere Dinge zu tun – zum Beispiel den Geschirrspüler anstarren und hoffen, dass er sich von allein ausräumt.
Das Beste an diesem Rezept: Ich brauche keine fertige Gewürzmischung. Mit geräuchertem Paprikapulver, angeröstetem Tomaten- und Paprikamark sowie einer cremigen Sauce bekommt das Gulasch ordentlich Geschmack. Die Zutaten habe ich meistens im Vorratsschrank oder im Kühlschrank. Und falls nach dem Grillen noch Bratwürstchen übrig sind, bekommen sie hier ihren großen zweiten Auftritt.
Warum ich dieses Würstchengulasch so gerne koche
Wiener Würstchen sind mild, schnell vorbereitet und bei Kindern meistens ein ziemlich sicherer Treffer. Ich schneide sie in dicke Scheiben, damit sie beim Kochen nicht zerfallen und später noch schön bissfest auf dem Teller liegen. Bratwürstchen, Geflügelwürstchen oder Cabanossi funktionieren ebenfalls hervorragend.
Der kleine Geschmackstrick steckt im geräucherten Paprikapulver. Schon ein halber Teelöffel bringt eine rauchige Tiefe in die Sauce, die sonst oft nur Fertigtüten versprechen. Wichtig ist allerdings: Paprikapulver mag keine große Hitze. Ich ziehe den Topf kurz vom Herd und rühre es erst dann ein. Sonst wird aus dem würzigen Familienessen ganz schnell ein bitteres Küchenexperiment – und das möchte wirklich niemand freiwillig probieren.
Zutaten für mein schnelles Würstchengulasch
- 500 g Wiener Würstchen oder andere Würstchen
- 2 rote Paprika
- 1 große Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 2 EL Tomatenmark
- 1 EL Paprikamark, alternativ zusätzliches Tomatenmark
- 1 gehäufter EL edelsüßes Paprikapulver
- ½ TL geräuchertes Paprikapulver
- 400 ml Gemüse- oder Rinderbrühe
- 2 EL Sahne, Schmand oder Crème fraîche
- 1 EL Speisestärke und 2 EL kaltes Wasser
- etwas Öl oder Butterschmalz
- Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker
So gelingt das Gulasch in 20 Minuten
Zuerst schneide ich die Würstchen in etwa ein bis eineinhalb Zentimeter dicke Scheiben. Die Paprika wird entkernt und gewürfelt, Zwiebel und Knoblauch hacke ich fein. Nebenbei verrühre ich die Speisestärke mit dem kalten Wasser. Das dauert nur Sekunden und verhindert später hektisches Suchen nach einem Schneebesen.
In einem großen Topf erhitze ich etwas Öl und brate die Würstchenscheiben rundherum an, bis sie leicht gebräunt sind. Danach nehme ich sie heraus und stelle sie kurz beiseite. Im gleichen Topf dünste ich Zwiebel, Knoblauch und Paprika einige Minuten an. Dann kommen Tomatenmark, Paprikamark und die Prise Zucker dazu. Alles darf unter Rühren etwa eine Minute mitrösten. Genau hier entwickelt sich die herzhafte Grundlage der Sauce.
Jetzt ziehe ich den Topf kurz von der Herdplatte, rühre beide Paprikapulver-Sorten ein und lösche sofort mit der Brühe ab. Das duftet bereits so gut, dass ich mich jedes Mal zusammenreißen muss, nicht direkt mit einem Stück Brot im Topf zu verschwinden.
Die angebratenen Würstchen kommen zurück in die Sauce. Das Ganze lasse ich bei mittlerer Hitze ungefähr zehn Minuten köcheln, bis die Paprika weich ist. Anschließend rühre ich die angerührte Speisestärke ein und lasse die Sauce einmal kurz aufkochen. Sie wird dadurch schön sämig und haftet später wunderbar an Nudeln, Kartoffeln oder Brot. Zum Schluss rühre ich Sahne, Schmand oder Crème fraîche unter und schmecke mit Salz und Pfeffer ab.
Die besten Beilagen
Bei uns landen am liebsten kurze Nudeln wie Penne oder Spirelli daneben. Die Sauce sammelt sich in den kleinen Rillen – und plötzlich wird sogar der letzte Klecks vom Teller gerettet. Reis, Kartoffelpüree, Salzkartoffeln oder frisches Bauernbrot passen ebenfalls perfekt. Wer es besonders unkompliziert mag, serviert einfach Baguette dazu. Besteck wird dann fast zur Nebensache.
Meine Tipps für Variante und Vorrat
Das Würstchengulasch ist ein echtes Resteessen. Übrig gebliebene Grillwürstchen, eine einzelne Paprika aus dem Gemüsefach oder ein angebrochenes Glas Paprikamark dürfen problemlos in den Topf. Bratwürstchen bringen sogar zusätzliche Röstaromen mit und machen das Gericht noch kräftiger.
Auch zum Einfrieren eignet sich das Gulasch gut. Ich fülle es portionsweise in luftdichte Behälter und bewahre es bis zu drei Monate im Tiefkühler auf. Beim Erwärmen gebe ich bei Bedarf einen kleinen Schluck Brühe dazu, falls die Sauce etwas dicker geworden ist. Im Kühlschrank hält sich das fertige Gericht etwa zwei bis drei Tage.
Würstchengulasch aus dem Thermomix
Wer den Thermomix nutzt, kann Zwiebel und Knoblauch zunächst 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern. Anschließend mit Öl, Paprika, Tomatenmark und Zucker bei 120 °C andünsten. Brühe, Gewürze und Würstchen dazugeben und etwa 10 Minuten bei 100 °C im Linkslauf auf Sanftrührstufe garen. Zum Schluss Speisestärke und Sahne einrühren und weitere 2 Minuten erhitzen. Wer Röstaromen liebt, brät die Würstchen vorher separat an und hebt sie erst am Ende unter.
Für mich ist dieses Würstchengulasch der perfekte Feierabend-Retter: schnell, unkompliziert, sättigend und ganz ohne Tüte. Wenn dann alle zufrieden am Tisch sitzen, sieht die Küche plötzlich halb so wild aus. Na gut – das ist gelogen. Aber immerhin duftet sie fantastisch.
Quelle: Eigene Rezeptentwicklung für schnelles Würstchengulasch ohne Fix – ein herzhaftes Familienrezept mit Würstchen, Paprika und cremiger Sauce.