Royale Trauer in Oslo: Wer Prinzessin Astrid die letzte Ehre erweist
Im norwegischen Königshaus herrscht derzeit eine Stimmung, bei der selbst die königlichen Fanfaren lieber im Schrank bleiben. Nur zwei Wochen nach dem Tod von König Harald ist auch Prinzessin Astrid im Alter von 94 Jahren verstorben. Am Freitag, dem 11. September 2026, nahm sie für immer Abschied vom weltlichen Trubel – und hinterließ eine Familie, die kaum Zeit zum Luftholen hatte.
Kennt ihr das, wenn sich im Kalender plötzlich ein Termin an den nächsten reiht und man schon beim Lesen müde wird? Für die norwegische Königsfamilie ist es momentan allerdings keine Konferenz und kein Empfang mit Häppchen, sondern eine zweite Trauerfeier innerhalb kürzester Zeit.
Die Beisetzung findet in Oslo statt
Am Mittwoch, dem 23. September, wird Prinzessin Astrid in der Ris-Kirche in Oslo beigesetzt. Die Zeremonie soll übertragen werden und einen persönlichen, würdevollen Charakter bekommen. Also kein royales Schaulaufen mit möglichst vielen glänzenden Orden, sondern ein stiller Abschied im Kreis der Familie und enger Wegbegleiter.
Der norwegische Hof hat inzwischen erste Namen aus der Gästeliste bekannt gegeben. König Haakon, Königin Mette-Marit, Prinzessin Ingrid Alexandra und Königin Sonja werden teilnehmen – gemeinsam mit dem „Rest der Familie“. Diese Formulierung klingt ein wenig nach einer Gruppenbestellung im Restaurant: einmal Trauerfeier, dazu bitte die komplette Verwandtschaft. Gemeint ist natürlich, dass weitere Familienmitglieder erwartet werden.
Frederik und Mary bleiben offenbar in Dänemark
Besonders spannend war die Frage, ob König Frederik und Königin Mary aus Dänemark nach Oslo reisen würden. Immerhin war für den fraglichen Zeitraum ihr Sohn Kronprinz Christian als Regent eingetragen. Das klang zunächst nach dem klassischen royalen Drehbuch: Eltern reisen, Sohn übernimmt, alle sind beschäftigt.
Doch offenbar bleibt das dänische Königspaar zu Hause. In der offiziellen Terminübersicht findet sich kein Hinweis auf eine Reise nach Norwegen. Daraus lässt sich schließen, dass weder Frederik noch Mary bei der Beisetzung dabei sein werden. Manchmal ist ein leerer Kalendereintrag eben aussagekräftiger als eine seitenlange Pressemitteilung – königliche Kommunikation kann erstaunlich gut mit dem Prinzip „Wer nichts sagt, sagt auch etwas“ leben.
Belgien und Schweden schicken royalen Beistand
Aus Belgien wird hingegen Prinzessin Astrid anreisen – gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Lorenz. Die belgische Prinzessin trägt denselben Vornamen wie die Verstorbene und ist die Schwester von König Philippe. Das dürfte dem Treffen zusätzlich eine besondere, beinahe familiäre Note geben. Zwei Astrids in einer europäischen Adelsgeschichte – da braucht selbst ein Hofprotokoll vermutlich kurz einen Kaffee.
Auch Kronprinzessin Victoria von Schweden wird in Oslo erwartet. Sie reist offenbar allein und vertritt damit die schwedische Königsfamilie. Bereits bei der Trauerfeier für König Harald hatte Victoria eine sichtbare Rolle übernommen und in dem persönlich gestalteten Gottesdienst gesprochen. Ihre Teilnahme wirkt daher nicht wie ein kurzer Termin zwischen zwei Empfängen, sondern wie ein bewusstes Zeichen der Verbundenheit.
Wer aus Norwegen noch dabei sein könnte
In der ersten offiziellen Auflistung fehlen Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise. Das muss allerdings nicht automatisch bedeuten, dass sie der Zeremonie fernbleiben. Beide gelten nicht als aktiv arbeitende Mitglieder des Königshauses und werden deshalb möglicherweise nicht namentlich genannt.
Prinz Sverre Magnus befindet sich derzeit in Lissabon, wo er ein Bachelorstudium im Bereich Business und Management begonnen hat. Sein Einführungsprogramm läuft bereits seit Anfang September, der reguläre Studienbeginn fiel ausgerechnet auf den 21. September – nur zwei Tage vor der Beisetzung. Timing ist manchmal ein kleiner Kobold mit Hang zur Dramatik.
Ob er dennoch nach Oslo kommen wird, bleibt offen. Möglich wäre, dass er unter dem Sammelbegriff „Rest der Familie“ mitgemeint ist. Das könnte ebenso für Prinzessin Märtha Louise und ihren Ehemann Durek Verrett gelten. Eine endgültige Liste dürfte daher erst kurz vor oder sogar während der Trauerfeier feststehen.
Ein Abschied mit Würde und persönlicher Wärme
Unabhängig davon, wie viele Namen am Ende auf dem Papier stehen: Prinzessin Astrid soll eine feierliche und zugleich persönliche Beisetzung erhalten. Nach dem Abschied von König Harald steht Norwegen erneut still. Die Familie muss innerhalb weniger Tage zwei schwere Verluste verarbeiten – da hilft auch kein perfekt sortierter Terminkalender.
Am Ende zählt eben nicht, wer mit welchem Titel in welcher Sitzreihe Platz nimmt. Entscheidend ist, dass Astrid in Erinnerung bleibt: als Mitglied der norwegischen Königsfamilie, als Schwester, Tante und Wegbegleiterin. Und wenn die Royals bei all dem Protokoll einmal nicht wissen, wohin mit ihren Händen, gilt vermutlich dieselbe Regel wie bei uns allen: tief durchatmen, zusammenrücken und da sein.
Fazit: In Oslo wird es still, würdevoll und vermutlich sehr gut organisiert. Nur der royale Kalender dürfte an diesem Tag endgültig feststellen: Man kann wirklich alles planen – außer, wann das Leben dazwischenkommt.
Quellen: Königshaus Dänemark, TV 2 Norwegen, Schwedisches Königshaus, Norwegisches Königshaus, Se og Hør, Forward College, Nettavisen