Alanis Morissette überrascht im Podcast mit offenem Geständnis
Kennt ihr das? Ein Gespräch plätschert so vor sich hin, harmlos wie Fahrstuhlmusik, und zack steht man mitten im Gefühlschaos. Genau das ist Alanis Morissette jetzt in einer Podcast-Runde passiert. Eigentlich sollte es um verletzte Männer, alte Beziehungen und die Songs gehen, die aus solchen Desastern manchmal entstehen. Also um genau jenes emotionale Minenfeld, in dem Morissette seit Jahrzehnten nach musikalischem Gold gräbt.
Und dann fiel dieser eine Satz, der sogar die Gastgeberinnen kurz stolpern ließ: Alanis Morissette nannte sich pansexuell.
Ein Coming-out zwischen Trennungsschmerz und Songzeilen
Die Sängerin war im Podcast „Handsome“ zu Gast. Dort sitzen die Comediennes Tig Notaro und Fortune Feimster sowie der nicht-binäre Drehbuchautor Mae Martin am Mikrofon. Die Stimmung war offenbar herzlich und entspannt. Vermutlich ging es so chaotisch zu wie bei einem Küchentischgespräch unter Freunden, wenn plötzlich jemand ein ziemlich persönliches Geheimnis aus dem Ärmel zieht.
Den Anstoß gab Fortune Feimster. Sie bedauerte, dass Männer Morissette in der Vergangenheit verletzt hatten, die daraus entstandenen Songs bedauerte sie allerdings keineswegs. Liebeskummer und Popmusik führen ja schon immer eine komplizierte, aber erstaunlich ertragreiche Beziehung. Einer heult, die andere schreibt einen Welthit.
Dann fragte Feimster augenzwinkernd, ob Morissette nach all dem nicht mal darüber nachgedacht habe, lesbisch zu sein. Die Antwort kam ohne Kunstpause, ohne Nebelmaschine, ohne Orchester im Hintergrund: „Ich bin pansexuell, also ja.“
Tig Notaro hakte sicherheitshalber nach. War das ernst gemeint? Morissette bestätigte es, ganz selbstverständlich. Mae Martin meldete sich sofort zu Wort und erklärte, ebenfalls pansexuell zu sein. Aus der lockeren Plauderrunde wurde so für einen Augenblick eine kleine, unerwartet persönliche Begegnung. Mit mehr Offenheit, als manche Pressekonferenz im ganzen Jahr hinbekommt.
Was bedeutet pansexuell eigentlich?
Pansexuelle Menschen fühlen sich zu anderen hingezogen, und zwar unabhängig von Geschlecht oder Geschlechtsidentität. Ob jemand Mann, Frau oder nicht-binär ist, spielt also nicht die Hauptrolle. Es zählt die Person, samt Eigenheiten, Macken und der ganz individuellen Methode, Zahnpastatuben offen oder zu liegen zu lassen.
Morissette machte aus ihrer Aussage keine große Show, und vielleicht ist genau das ihre Stärke. Kein Feuerwerk, kein roter Teppich, kein „Bitte noch einmal bedeutungsvoll zur Seite drehen, die Kameras wollen das so“. Nur eine klare Antwort. Punkt.
Ein Liebesleben mit bekannten Namen
Über ihr Privatleben redet die Grammy-Gewinnerin sonst eher sparsam. Bekannt ist, dass ihre frühere Beziehung zu Dave Coulier oft mit ihrem Erfolgsalbum „Jagged Little Pill“ in Verbindung gebracht wird. Auch mit dem Schauspieler Dash Mihok und dem Anwalt Tom Ballanco war sie liiert.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekam allerdings ihre Beziehung zu Ryan Reynolds. Ab 2002 waren die beiden ein Paar, drei Jahre lang sogar verlobt. 2007 kam die Trennung, und nur wenige Monate später sah man Reynolds an der Seite von Scarlett Johansson. Willkommen in Hollywood, dem romantischen Universum, in dem sogar Trennungen offenbar nach festem Zeitplan und mit Pressefoto ablaufen.
Mit Souleye fand sie den richtigen Freiraum
Seit 2010 ist Alanis Morissette mit dem Rapper Mario „Souleye“ Treadway verheiratet. Die beiden haben zwei Söhne und eine Tochter. Von früheren Dates erzählte sie, dass man sie manchmal irritiert angeschaut habe, wenn sie von bestimmten Dingen berichtete. Man kennt das: Man packt etwas Persönliches aus und bekommt einen Blick zurück, der sagt: „Das war jetzt deutlich mehr Information, als ich zum Kaffee bestellt hatte.“
Bei Souleye war das anders. Er habe nie das Bedürfnis gehabt, ihr die Flügel zu stutzen. Ein schönes Bild, und wahrscheinlich eine ziemlich treffende Beschreibung einer Beziehung, in der keiner kleiner werden muss, damit der andere größer wirkt.
Musik, Geschichten und ein bisschen Machete
Aktuell steht Morissette in Los Angeles mit ihrer Residency „Butterfly with a Machete“ auf der Bühne. Das Programm verknüpft Musik mit persönlichen Erzählungen. Das klingt nach einer Mischung aus Konzert, Beichtstuhl und emotionalem Abenteuerpark. Aber wer Alanis Morissette kennt, rechnet ohnehin nicht mit einer musikalischen Teestunde und sauber gebügelten Gefühlen.
Ihr überraschendes Geständnis zeigt wieder einmal: Menschen passen nicht immer in hübsche Schubladen. Und wenn doch, sprengen sie diese meist genau dann, wenn keiner damit rechnet.
Fazit: Alanis Morissette hat in einem lockeren Gespräch klargestellt, dass Liebe kein Multiple-Choice-Test ist. Und falls doch, hat sie offenbar einfach „alles davon“ angekreuzt – mit einem Stift, der zufällig ziemlich gut Songs schreiben kann.
Quellenangabe: Biografische Angaben und Gesprächsinhalte aus dem Bericht über Alanis Morissette, ihre Pansexualität, ihre Beziehungen und ihre Bühnenresidency „Butterfly with a Machete“ in Los Angeles.